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Warnemünde

Rostocks Seebad

warnemuende_ort_10_20080616_1014867241Unser Urlaubsziel war Warnemünde, gelandet sind wir in Rostock. Wir wussten nicht, als wir uns für diesen Ort entschieden hatten, dass Warnemünde im Grunde ein Stadtteil von Rostock ist. Bereits im 14. Jahrhundert hat die Hansestadt Rostock das einstige direkt an der Küste liegende Dorf Warnemünde gekauft. Seit dieser Zeit gehört Warnemünde zu Rostock.

Eines der Schönsten Seebäder an der Ostsee?

Warnemünde gilt als eines der schönsten Seebäder an der Ostsee, so war jedenfalls die Einschätzung, auf die wir im Rahmen unserer Recherche vor unserem Urlaub immer wieder gestoßen sind. Dies hatte im Vorfeld bei uns natürlich die Erwartungen ziemlich hoch geschraubt.

Nach zwei tollen Urlaubswochen dort können wir feststellen, unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Nun, wir können die Frage in der Überschrift nicht abschließend beantworten. Wir kennen nur wenige Seebäder an der Ostsee. Von denen, die wir kennen, gefällt uns Warnemünde allerdings am besten.

Attraktive Wasserkante

warnemuende_strand_promenade_11_20080616_1279667807Das ehemalige Fischerdorf hat seinen Charme bewahrt. Östlich begrenzt durch den „Alten Strom“ liegt es direkt am Meer, dort wo der Fluss Warnow in die Ostsee mündet. Hinter dem sehr langen und breiten, feinsandigen, weißen Sandstrand verläuft parallel eine großzügige, schmucke Uferpromenade. Zahlreiche Bänke laden zum Verweilen und in der Sonne Dösen ein. Sie wird auf der anderen Seite von zahlreichen schmucken Hotels in Bänderarchitektur begrenzt. Eine Ausnahme davon bildet das Fünf-Sterne Hotel Neptun. Dieser phantasielose Betonquader im Hochhauslook verschandelt doch etwas das ansonsten recht harmonische Bild.

Am östlichen Ende der Promenade ragt das Wahrzeichen Warnemündes, ein 32 m hoher, rund 120 Jahre alter Leuchtturm aus weiß glasierten Ziegelsteinen in den Himmel. Dieser Leuchtturm ist heute noch in Betrieb und wird als Seezeichen benutzt. In den Sommermonaten kann der Turm von Besuchern bestiegen werden (1,50 € pro Person).

Gleich daneben finden wir den „Teepott“, ein runder Bau mit einem geschwungenem Dach, das uns irgendwie an die bekannte Berliner Kongresshalle erinnert. Wir wissen nicht, zu welchem Zweck dieses modern anmutende Gebäude in den 60iger Jahren einst errichtet wurde. Heute beherbergt es einige Restaurants, einen Souveniershop, eine Cocktailbar und ein Café.

Gepflegter Ortskern

Hinter der Promenade erstreckt sich der Kurpark. Dahinter gelangen wir schließlich in den eigentlichen Ortskern Warnemündes. Das Zentrum rund um den Kirchplatz wird von einer gotischen Kirche dominiert, die einige sehenswerte Schätze wie z. B. einen schönen gotischen Schnitzaltar und eine imposante Christophorusstatue beherbergt.

Rund um den Kirchplatz und in den davon abzweigenden Seitenstraßen finden wir zahlreiche Boutiquen, Restaurants, Cafés mit allem, was das Touristenherz begehrt aber auch mit Sortimenten, die sich sicherlich eher an die Einheimischen richten. Insgesamt wirkt der Ort auf uns sehr gepflegt. Die Häuser und Funktionsgebäude sind weitgehend schön und geschmackvoll, mit Liebe zum Detail restauriert. An einigen wenigen Stellen sind allerdings die Spuren von 40 Jahren DDR immer noch zu sehen.

Das Highlight - der "Alte Strom"

warnemuende_strom_2_20080616_1778772077Für uns das Highlight war zweifellos der „Alte Strom“. Hier lag auch unsere Ferienwohnung. „Alter Strom“ nennt sich die ehemalige Hafeneinfahrt Warnemündes, die parallel zum „Neuen Strom“, der jetzigen Hafeneinfahrt verläuft. Es handelt sich dabei um einen breiten Kanal der sich über rund 1 km in Richtung Meer erstreckt und sich am Ende mit dem „Neuen Strom“ zur Hafeneinfahrt vereinigt.

Der „Alte Strom“ dient heute als Warnemündes Fischer- und Seglerhafen. Auch starten hier die Hafenrundfahrten sowie einige Kurztripps über die Ostsee. An den Ufern vertäute bunte Kähne, Fahrgastschiffe, Fischkutter, Segelboote verleihen dem Ganzen ein hübsches, maritimes Ambiente.

Auf der Westseite wird der „Alte Strom“ von kleinen, bunten Fischer- bzw. Kapitänshäuschen flankiert. Hier befindet sich die Flaniermeile Warnemündes. Urige teils historische Restaurants reihen sich an gemütliche Kneipen, Cafés und Boutiquen. Direkt auf einigen Schiffen werden herrliche, frische Fischspezialitäten angeboten.

Auf der Mittelmole zwischen Altem und Neuem Strom findet samstags und sonntags der Warnemünder Fischmarkt statt. Er bietet fangfrischen Fisch direkt vom Kutter auch frisch, direkt vor Ort geräuchert.

Das westliche Ufer des „Alte Stroms", also die Flaniermeile mündet in die Westmole der Hafenausfahrt. Das rund 500 m lange Bollwerk, das die Hafeneinfahrt schützt, ist voll begehbar. Unvergessen ist für uns der erste Abend, als wir bei sehr milden Temperaturen bis zur Spitze schlenderten und einen herrlichen Sonnenuntergang genießen durften. Die Luft war vollkommen klar. Unser Blick über die Ostsee reichte an diesem Abend bis zur Küste Dänemarks am Horizont.

warnemuende_ort_7_20080616_2081940505Besonders reizvoll empfanden wir auch einen Bummel durch die Alexandrinenstraße, der Parallelstraße zum „Alten Strom“. Man fühlt sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Die über Jahre zum Glück unverändert gelassene buckelige Pflasterstraße wird von schmucken kleinen Fischerhäuschen eingerahmt, mächtige Bäume spenden Schatten und verleihen dem Gässchen ein ruhige, friedvolle Atmosphäre aus längst vergessenen Zeiten.

 

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