Bahnromantik
Mit der Molli....
Wir hatten schon öfters von der Molli gehört, eine von einer Dampflok gezogene über 100 Jahre alte historische Schmalspurbahn. Sie fährt mehrmals täglich rund 15 km von Bad Doberan über Heiligendamm bis nach Kühlungsborn. Wir wollten uns das Erlebnis einer Fahrt mit der Molli nicht entgehen lassen.
Start in Bad Doberan
Wenige Kilometer westlich von Warnemünde etwas von der Ostseeküste entfernt liegt Bad Doberan. Wir besuchten diese idyllische Kleinstadt in erster Linie wegen der Molli. Dennoch hatten wir Gelegenheit, vor Abfahrt kurz durch den Ort zu schlendern.
Die idyllische Kleinstadt besitzt zahlreiche gut restaurierte gotische und klassizistische Bauwerke und eine schmucke Fußgängerzone. Ein besonders Highlight ist das schöne Münster, eine ehemalige Klosterkirche.
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Los geht's
Los geht's am Bahnhof. Die Dampflok erwartet uns schon schnaufend an der Spitze von rund 10 rot und weiß lackierten Wagen. Eiserne Stufen an den vorderen und hinteren Enden der Waggons führen jeweils auf ebenfalls eiserne Plattformen. Von dort gelangen wir ins Innere, ganz so wie wir es noch von unserer Kindheit her kennen. Auch hier fühlen wir uns um Jahrzehnte zurückversetzt. Decken und Wände sind mit lackiertem Holz verkleidet, schmale mit Leder (Kunstleder?) überzogene Sitzbänke erwarten uns. Alles wirkt gut mit Liebe zum Detail restauriert.
Mit Schnaufen, Pfeifen und Bimmeln setzt sich der Zug langsam in Bewegung. Ein kurzer Stopp in der Stadtmitte eingangs der Fußgängerzone und schon schlängelt sich der Zug direkt in die Innenstadt. Er zuckelt im Schritttempo durch Straßen, die so schmal sind, dass lediglich noch ein knapper Meter Abstand zu den Häusern bleibt.
Nach einem weiteren kurzen Stopp verlässt die Molli Bad Doberan. Auf offener Strecke zeigt sie, was in ihr steckt. Mit lautem Rattern, ab und an begleitet durch fröhliches Pfeifen, nimmt Molli Fahrt auf. Sie fährt entlang an malerischen Alleen und saftigen Wiesen, die der blühende Raps in ein intensives Gelb getaucht hat. Nach rund 6 km erreicht die Molli den Bahnhof Heiligendamm. Wenn wir schon hier sind, wollen wir uns das berühmte Seeheilbad doch auch ein Mal ansehen.
Wo sich einst die Mächtigen trafen...
Weltberühmt wurde das zu Bad Doberan gehörende Heiligendamm durch den G8-Gipfel im Jahr 2007. Nicht nur als Treffpunkt der Mächtigen sondern auch als Synonym für Hochsicherheit ging Heiligendamm seinerzeit durch die Weltpresse. Wer erinnert sich nicht an die Berichte über den riesigen Sicherheitszaun, der das ganze Areal hermetisch abriegelte, an die Versuche von Aktivisten diesen zu überwinden und an die Anstrengungen der Sicherheitskräfte dies zu verhindern.
Von alledem ist heute nichts mehr zu sehen. Zurück blieben weiße klassizistische Gebäude und Villen, die Heiligendamm – dem ältesten deutschen Seebad an der Ostsee – auch den Beinamen „ weiße Stadt am Meer“ einbrachte. Von den einst heruntergewirtschafteten Gebäude wurden einige durch private Investoren restauriert. Andere liegen noch im Dornröschenschlaf. Die Renovierung steht noch an.
Am imposantesten wirkt auf uns das Nobelhotel Kempinski mit seinen verschiedenen Gebäuden darunter das Kurhaus. Dieses Grand Hotel beherbergte 2007 die Staats- und Regierungschefs des Gipfels. Hinter dem weißen feinsandigen Strand verläuft eine neue Promenade von der sich eine Seebrücke ins Meer hinaus schiebt.
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Weiter geht's
Der Weg der Molli führt vom Bahnhof Heiligendamm durch dichte Wälder unterbrochen durch grüne Wiesen an der Steilküste entlang in Richtung Kühlungsborn, das sie nach rund 9 km erreicht. Nach Stopps in Kühlungsborn-Ost und Kühlungsborn-Mitte erreicht der Zug schließlich den Bahnhof Kühlungsborn-West, den Endhaltepunkt. Hier verlassen wir den Zug, um uns Kühlungsborn anzusehen, ehe wir uns wieder mit der Molli auf die Rückreise machen.
Die grüne Stadt am Meer
Kühlungsborn entstand aus einem Zusammenschluss dreier Ortschaften (Brunshaupten Fulgen und Arendsee), die wir vorher schon mit der Molli (Ost, Mitte, West) bereits durchfahren haben. Entsprechend weitläufig wirkt der Ort auf uns. Den Beinamen „grüne Stadt am Meer“ erhielt Kühlungsborn wegen der umliegenden Wälder und dem Stadtwald, der zwischen den Stadtteilen Ost und West liegt, die wiederum hinter dem weißen feinsandigen Strand durch eine etwa 3 km lange Strandpromenade verbunden sind. Auch eine Seebrücke (rund 240 m lang) fehlt nicht.
Die Promenade wirkt auf uns sehr gepflegt und für eine große Anzahl von Erholungssuchende ausgelegt. Kein Wunder, gilt Kühlungsborn doch als das Größte der Mecklenburgischen Seebäder. Wir finden eine Unzahl von Bänken, alle schön gegen die Sonne ausgerichtet, vor. Die meisten davon sind auch besetzt. Von einem Riesenrad direkt an der Promenade hat man sicherlich einen tollen Ausblick. Hinter Promenade reihen sich zahlreiche Hotels (meistens im gehobenen Bereich) und zahlreiche Villen in Bänderarchitektur aneinander. Das gesamte Ambiente lässt uns den Ort stilvoll mit einem gewissen Ambiente erscheinen.