St-Paul-de-Vence
Mittelalterliches Künstlerstädtchen
Als Urlaubsort hatten wir uns St-Paul-de-Vence ausgesucht. Dieses knapp 3.000 Einwohner zählende gut erhaltene mittelalterliche Städchen liegt wie eine mächtige Burg auf einem Hügel rund 6 km nördlich von Cagnes sur Mer und auch vom Meer entfernt in mitten von Weinbergen, Obstplantagen und der sanften, typisch provenzalischen Landschaft.
Unser Hotel lag nicht unmittelbar in St-Paul, wie wir es eigentlich erwartet hatten. Zu Fuß war der Weg ins Städtchen nicht zu bewältigen. Wir waren daher immer auf unser Auto angewiesen. St-Paul ist sehr touristisch orientiert. Tagsüber ist es sehr voll. Es ist schwer, einen Parkplatz zu finden. Zum Glück gibt es ein Parkhaus, das sich allerdings dieses Glück ordentlich honorieren lässt.
Abendstimmung in St-Paul
Im krassen Gegensatz dazu steht der Abend. Ohne Parkplatzprobleme schlendern wir entspannt an dem bekannten, komplett ziegelgedeckten Hotel und Restaurant "Colombe d'Or" vorbei, vor dem bereits einige Nobelkarossen parken. Das gegenüberliegende "Cafe de La Place" hat bereits geschlossen, auf dem davor liegenden Platz spielen noch ein paar Franzosen ein Partie Boule. Durch das mächtige Stadttor „Port Royale“, das von einer alten Kanone bewacht wird, gelangen wir in das Städtchen, das komplett von einer mächtigen Ringmauer umschlossen wird.
Wir schlendern die enge gewundene, mit Kieselsteinen gepflasterte "Grande Rue" empor vorbei an sorgfältig renovierten Häusern. Hier finden wir zahlreiche kleine Kunstgalerien und Ateliers, einerseits Ausdruck für Künstler, die heute noch in St-Paul leben, andererseits eine Reminiszenz an vergangene Zeiten, in denen Maler wie Signac, Modigliani, Bonnard und Chagall hier gelebt haben. Auch der Schauspieler Yves Montand, der zwar Italiener war, in seinen Filmen aber stets den typischen Franzosen darstellte, hat einst hier gelebt.
Am "Place de la Grande-Fontaine" finden wir einen hübschen Brunnen vor, rechts windet sich ein Gässchen in Richtung der Kirche „Eglise La Collegiale de la Conversion de Saint Paul“ aus dem 13. Jahrhundert hinauf. Geradeaus fällt die „Grande Rue“ leicht ab und mündet schließlich in ein Stadttor, das St-Paul am anderen Ende beschließt. Dahinter finden wir einen alten Friedhof, auf dem auch Marc Chagall seine letzte Ruhe fand. An fast jeder Ecke entdeckt man kleine Details, die den Abend so romantisch werden lassen: Blumenberankte Häuser, kleine Brunnen, deren Wasser in angelegten Rinnen neben den Gassen laufen und immer wieder wunderschöne Blicke auf die sanften Hügel der Umgebung.
Insgesamt treffen wir abends auf sehr wenig Touristen. Außer den Kunstgalerien finden wir gepflegte Geschäfte, Boutiquen mit Kleidern und Lederwaren, Seifen- und Gewürzläden, Töpfereien, zahlreiche Ateliers und hübsche Restaurants, die sich in den schmalen Gässchen versteckt halten. Der Ort ist abends friedlich und ruhig, Grund genug für uns hier öfters unsere Abende zu verbringen. Leider haben wir es versäumt, noch mehr Bilder zu schießen. Wir haben es vom einen auf den anderen Tag verschoben und irgendwann ganz vergessen.
Vence
Nur 3 km von St-Paul-de-Vence entfernt liegt die 16.000-Einwohnerstadt Vence. Die Attraktion dieser Stadt ist – wie so häufig in der Provence – die sehr malerische Altstadt. Auch sie ist von einer Stadtmauer umschlossen, verschiedene Stadttore ermöglichen den Zugang.
Enfernt man sich erstmal ein Stück von den Souvenirverkäufern, sehen die Gassen, Alleen und Plätze kaum anders aus als in den vergangenen Jahrhunderten. In der Altstadt steht auch die recht alte Kirche St-Vèrhan. Im Inneren befindet sich ein schönes Chorgestühl, als Altar dient ein Sarkophag, in der Taufkapelle befindet sich ein Mosaik von Marc Chagall. Obwohl wir auch Vence sehr oft besuchten, haben wir auch hier das Fotografieren versäumt.
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