Monaco
Glitzer und Clamour
Von Nizza aus folgen wir der am Meer entlang führenden "Basse Corniche" in Richtung Italien. Eine Fahrt auf dieser reizvollen Küstenstraße, die durch wunderbare Orte führt, können wir nur empfehlen. Sie führt teilweise direkt an den senkrecht in den Himmel ragenden Felsen der Steilküste entlang, teilweise ist sie in den Fels gehauen.
Villefranche-sur-Mer
Bereits nach wenigen Kilometern erreichen wir Villefranche-sur-Mer, ein sehr reizvolles Städtchen mit rund 6.800 Einwohnern. Obwohl in unmittelbarer Nachbarschaft von Nizza liegend macht Villefranche-sur-Mer auf uns einen eher unberührten Eindruck. Der Ort erscheint nicht übermäßig auf Tourismus getrimmt, obwohl wir auch hier unsere üblichen Parkplatzprobleme lösen mussten.
Das Auto erst einmal los gewordenen haben wir einen Bummel durch die schön restaurierte, recht stimmungsvolle Altstadt sehr genossen, genauso wie einen Abstecher zum Hafen und zu der mächtigen Citadelle de St-Elme aus dem 16. Jahrhundert. Insgesamt hat sich Villefranche-sur-Mer seinen mittelalterlichen Charme erhalten.
Wir folgen von Villefranche-sur-Mer aus weiter der „Basse Corniche“ in Richtung Osten. Unweit des Städtchen schiebt sich die Halbinsel „Cap Ferrat“ ins Meer, ein Ort der Schönen und der Reichen. Wir durchfahren das ausgesprochen hübsche Beaulieu-sur-Mer, Èze-sur-Mer und Cap d’Ail, ehe wir Monaco erreichen.
Bildergalerie zu Villefranche-sur-Mer...
Monaco
Es hat emotional schon etwas Besonderes, das Fürstentum Monaco zu besuchen und sich bewusst zu sein, dass hier soviel Vermögen konzentriert ist, wie wohl sonst nirgendwo auf der Welt. Viele Prominente, Reiche oder schillernde Persönlichkeiten leben hier, haben eine Zweitwohnung oder verbringen einfach ihren Urlaub. Es vergeht kein Tag, ohne dass Monaco in der Regenbogenpresse auftaucht. Das Gefühl bemächtigt einen schon, wenn man in diesen Ministaat hineinfährt und in die mit viel Autoverkehr überquellen Straßenschluchten eintaucht. Alles auf diesem Felsen ist auf engstem Raum zusammen gestaucht, Hochhäuser stehen dicht an dicht, Land wird dem Meer förmlich abgerungen, wir fragen uns immer, was – außer steuerlichen Gründen - jemand wohl veranlassen könnte, hier leben zu wollen.
Es ist kaum zu glauben, aber einen Parkplatz zu bekommen ist in Monaco überhaupt kein Problem. Die Stadt ist übersät mit einer Vielzahl von unterirdischen Parkhäusern. Bei unserem Besuch fanden wir noch viele Aufbauten des Formel 1-Rennens "Großer Preis von Monaco" des eine Woche vorher stattfand, vor. Negativ war, dass dadurch der eh schon reichlich vorhandene Trubel und die räumliche Enge noch verstärkt wurden. Positiv war, dass man einiges von dem, was man eine Woche zuvor – wie fast jedes Jahr – am Fernseher verfolgt hat, nun mal live etwas nachvollziehen konnte. Es ist schon gigantisch, wenn man im Tunnel steht und sich vorstellt, dass Alonso & Co hier mit 300 Sachen durchrauschen. Ich als eingefleischter Formel 1-Fan habe mir jedenfalls die markanten Punkte mal genauer angesehen.
Wir hatten uns für unseren diesjährigen Besuch von Monaco nicht allzu viel Zeit gelassen. Deshalb beschränkten wir uns auf einen kurzen Rundgang. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Gegend um das Casino, das im Stadtteil Monte-Carlo liegt. Es ist durchaus interessant sich das Treiben auf dem "Place du Casino" mal näher anzusehen, wenn beispielsweise Luxuskarossen vorfahren, die Damen trotz sommerlicher Temperaturen im Pelzmäntelchen, "kleinen Schwarzen" und hochhackigen Schuhen die Treppen zum Casino hinaufschweben und den Pagen den Zündschlüssel in die Hand drücken.
Ähnlich sieht es auf der rechten Seite des Platzes aus. Hier befindet sich die weltbekannte Nobelherberge "Hotel de Paris". Die gegenüberliegende Seite wird schließlich vom "Café de Paris" begrenzt wird. Auf der Nordseite des Platzes befindet sich ein sehr gepflegter mit schönen Fontainen bestückter Park. Parkbänke unter schattigen Palmen laden zum Verweilen und Ausruhen ein. Vor der dem Meer zugewandten Seite des Casinos laden schön bepflanzte Terrassen dazu ein, in relativer Ruhe einerseits die Prachtfassade des Casinos zu bestaunen, andererseits die traumhafte Aussicht auf das Meer und den Hafen zu genießen.
Unser Bummel führte uns weiter durch den Hafen. Natürlich bestaunten wir auch die großen Luxusyachten, die dort vor Anker lagen. Allerdings war ein Teil des Hafens durch Bauarbeiten beeinträchtigt, so dass das Bild nicht den Erwartungen entsprach, wie wir sie auf Grund von früheren Besuchen hegten. Vorbei an der aus der Formel 1 bekannten „Schwimmbad-Schikane“ – das Schwimmbad war noch wegen des Rennens komplett mit Stahlrohrtribünen überbaut – warfen wir noch einen kurzen Blick auf das ebenso bekannte Restaurant "La Rascasse". Anschließend noch ein kleiner Bummel durch die Fußgängerzone, die sich in dem Viertel hinter dem Hafen befindet und schon ging es weiter in Richtung Italien.
Menton
Auf Menton hatten wir uns ganz besonders gefreut. Hier hatten wir vor vielen Jahren schon einmal einen zweiwöchigen Urlaub verbracht, an den wir uns noch heute gerne erinnern. Die 28.000-Einwohnerstadt liegt direkt an der italienischen Grenze.
Obwohl Monaco nur gut 5 km entfernt liegt, geht es hier noch vergleichsweise ruhig und beschaulich zu. Menton liegt in einer Bucht, die auf der westlichen Seite vom Cap Martin begrenzt. Gegenüber dem Festland wird Menton durch die hohen Berge geschützt. Deshalb wirbt Menton auch mit 300 Sonnentagen im Jahr. Kein Wunder dass Menton für seine üppige Vegetation mit vielen Zitrusfrüchten und einigen botanischen Gärten bekannt ist. Hinzu kommen noch zahlreiche Villen der Belle Époche. Für uns ist Menton wohl eine der schönsten Städte an der Côte d’Azur.
Wie in Südfrankreich üblich verläuft eine recht lebhafte Uferstraße hinter dem Strand (Kies), an der sich wiederum zahlreiche teils recht ordentliche Hotels anreihen. In einem davon hatten wir seiner Zeit auch gewohnt. Die Uferstraße zieht sich bis zum recht ansehlichen Hafen hin. Von dort erstreckt sich auch eine schöne Fußgängerzone in Richtung Innenstadt. Ferner fällt vom Hafen aus zwangsläufig der Blick auf die nahe Altstadt, die hier in Stufen den Hügel hinauf steigt und deren Bild von dem markanten Turm der Pfarrkirche St Michel geprägt wird. Vom Hafen Richtung Westen aus liegt Italien nur noch knapp 1.000 m entfernt.
Alles in Allem betrachtet hat sich nach unserer Einschätzung Menton zwar im Laufe der Jahre verändert, aber seinen Charakter, den wir in guter Erinnerung hatten, bewahrt. Wir sind uns einig, dass Menton in den nächsten Jahren vielleicht mal wieder eine Reise wert ist.
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