Weinstraße
Route du Vin - Die wohl bekannteste Ferienstraße im Elsass
Es gibt eine ganze Reihe von Ferienstraßen im Elsass: Die Grüne Straße, Die Käsestraße, die Kammstraße oder auch die Tabakstraße. Aber die bekannteste und wohl meistbefahrende Straße ist die elsässer Weinstraße, die Route du Vin.
170 km Idylle
Die Weinstraße verläuft von Marlenheim in der Nähe von Straßburg im Norden bis nach Thann nahe Mühlhausen im Süden und verbindet die wichtigsten Winzerdörfer miteinander. Schmucke Reben, die durch die Rheinebene sich an den Hängen der Vogesen hochhangeln, mittelalterlich Dörfer, umgeben von alten Befestigungsmauern und stolze Burgruinen, die die Gipfel der Vogesenhügel krönen. Das alles gibt es dort zu entdecken.
Daneben verläuft noch ein weiteres abgetrenntes Stück der Weinstraße im nördlichen Elsass von Steinseltz über Rott nach Weißenburg, das an der Grenze zu Deutschland im pfälzischen Schweigen in die Deutsche Weinstraße mündet. Wir haben aus Zeitgründe nicht allzu viel gesehen und besichtigt, wollen hier aber auf einige Orte eingehen.
Über den heiligen Berg des Elsasses, den Odilienberg (Mont Ste. Odile), der in der Nähe von Obernai liegt, haben wir in einem eigenen Artikel berichtet. Weiter südlich und etwas entfernt von der Weinstraße liegt zwischen Rhein und Vogesen...
Sélestat
Wie viele elsässische Städte verfügt Sélestat über eine schöne Altstadt mit eng verwinkelten Gassen. Beeindruckend empfanden wir den Tour de l’horloge, einen mächtigen Uhrenturm, das barocke Hôtel d'Ebersmunster sowie die romanische Kirche Sainte-Foy, die uns irgendwie an den Speyerer Dom erinnerte.
Die Hochkönigsburg
Von Sélestat in Richtung Westen gelangen wir nach Kintzheim. Das bemerkenswerteste an diesem Ort ist zweifellos ein touristische Highlight, die Hochkönigsburg, die hoch über dem Ort thront. Dies Haut-Koenigsbourg, so der französiche Name, zählt zu den Hauptattraktionen des Elsasses. Diese Burg sieht so aus, wie wir uns als Kinder immer eine Ritterburg vorgestellt haben. Dieses Bollwerk war vollständig zerstört und wurde 1899 vom Kaiser Wilhelm II. wieder komplett aufgebaut. Heraus kam ein preußisches Walt-Disney-Land, von dem aus man wundervolle Ausblicke über die Rheinebene bis hin zum Schwarzwald genießen können soll. Leider blieb uns wegen dichten Nebels dieser Genuss vorenthalten.
Im voll restaurierten Inneren findet man zahlreiche mit zeitgenössischen Möbeln ausgestattete Räume, Ritterrüstungen, reich bemalte Wände, Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens und Waffen einschließlich bedrohlicher Kanonen vor. Wir bewunderten vor allem die Kapelle, den Rittersaal, ein Jagdzimmer und einige Wohnräume. Neben Burgführungen werden auch individuelle Audio-Führungen angeboten. Auf zahlreichen Schautafeln wird die Geschichte der Burg und insbesondere ihres Wiederaufbaus anschaulich erläutert.
Bilder aus der Hochkönigsburg...
Ribeauvillé
Wir folgen der Weinstraße weiter in Richtung Süden und gelangen nach wenigen Kilometern in den bezaubernden Ort Ribeauvillé, das von drei Burgruinen oberhalb der Stadt bewacht wird. Hier hat sich eines der schönsten Stadtbilder des Elsasses erhalten. Auf der Grand Rue, die die Stadt in Längsrichtung durchzieht, lässt es sich angenehm Bummeln und den Reiz des schönen Städtchens genießen. Auf halbem Weg wird die Straße durch den imposanten "Metzgerturm" unterbrochen. Davor finden wir den Marktplatz mit einem barocken Rathaus und einem achteckigen Brunnen. Ribeauvillé ist reich an weiteren Sehenswürdigkeiten. Die hier aufzuzählen und zu beschreiben würde den Rahmen unseres Berichts sprengen.
Wir waren zweimal in Ribeauvillé, einmal sonntags und einmal unter der Woche. Ein Unterschied zwischen Tag und Nacht. Während die Stadt sonntags von Touristen überflutet war, ging es unter der Woche doch vergleichsweise recht beschaulich zu. Fazit: Ribeauvillé lohnt unbedingt einen Besuch aber, wenn machbar nicht an einem Wochenende.
Bildergalerie zu Ribeauvillé...
Riquewihr
Nach weiteren fünf Kilometern in Richtung Süden erreichen wir schließlich den Weinbauort Riquewihr in den hügeligen Ausläufern der Vogesen. Dieses sehr bekannte, wunderschöne, mittelalterliche Städtchen ist komplett mit einer gut erhaltenen Festungsmauer umgeben. Gut erhaltene und schön restaurierte historische Häuser und Innenhöfe, Türme mit Schießscharten, Stadttore und vieles mehr. In der Hauptstraße, der Grand Rue, die die Stadt durchschneidet finden wir eine Unzahl von Souvenier-, Delikatessen-, Weinläden, Weinstuben, Restaurants und Cafés. Auch hier gilt, Riquewihr ist an Wochenenden hoffnungslos überlaufen. Ganz Riquewihr wirkt auf uns wie ein riesiges Freilichtmuseum.
Sigoldsheim
Der etwas weiter südlich liegende Weinort Sigoldsheim wirkt auf uns wenig spektakulär. Kein Wunder, wurde er doch im zweiten Weltkrieg bei den Kämpfen um Colmar nahezu vollständig zerstört. Historische Gebäude findet man hier nicht. Was Sigolgsheim erwähnenswert macht ist die hoch über dem Ort exponiert liegende "Nécropole Nationale", eine mit einem Soldatenfriedhof verbundene Gedenkstätte für im Krieg gefallene Franzosen, Amerikaner und Afrikaner, die an die Leiden des Krieges erinnert.
Kienztheim
Anders wiederum das benachbarte Kientzheim. Hier finden wir wieder das für das Elsass typische Ortsbild mit einer noch vorhandenen Befestigungsmauer, Türmen und schön renovierten alten Fachwerkhäusern vor. Den Ort kann man auf einem idyllischen Spazierweg außerhalb der Mauer komplett umrunden. In dem am Ortseingang liegenden Schloss befindet sich das sehenswerte elsässiche Weinmuseum.
Bildergalerie zu Kientzheim...
Ammerschwihr
Das kleine Weinstädtchen Ammerschwihr liegt unweit von Kientzheim idyllisch am Eingang des Kaysersberger Tales. Auch Ammerschwihr hat unter den Kriegseinflüssen nachhaltig gelitten und wurde 1944 fast vollständig zerstört. Wenig historisches finden wir hier, bis auf das unter anderem erhalten gebliebene Obertor, "La Haute Porte", und der wuchtige Schelmenturm. Ammerschwihr eignet sich besonders als Ausgangspunkt für schöne Wanderungen.